Sport- und Solebad am Seilersee in Iserlohn

Der Name des Bades steht für sein Programm, d. h. der Entwurf der diesem Hause zugrunde liegt, entwickelt sich in Reaktion auf Bauplatz, Raumprogramm und Zweckbestimmung. Er bezieht seinen Reiz aus dem Umstand, an der Nahtstelle von Stadtstruktur und Naturraum vermitteln zu müssen. Große Teile des Bauvolumens wurden in die Topographie eingegraben, um einen ungestörten Blick auf den Seilersee zu ermöglichen.


Der aufstehende Sportbadbereich riegelt nicht ab, sondern ermöglicht den Durchblick zum Gelände des Freibades. Die lichtdurchflutete Halle des Sportbades öffnet sich zur Südseite. Die Leimholzbinder des Pultdachs liegen zur Entlastung der Glasfassade auf einem Fachwerkträger. Das in Druck- und Zugglieder aufgelöste Tragwerk verdeutlicht Momentenverlauf und die enormen Lasten, die in die Gebäudehülle eingeleitet werden mussten. Spannung und Kraft sichtbar, als architektonische Spiegelung der sportlichen Zweckbestimmung des Gebäudes verstanden, erklären die Schlüssigkeit des Gesamtraumes.
Als zeitgemäße Interpretation der römischen Wandmosaiken wurden mit farbiger Keramik Wasserwände gestaltet, die durch leises Plätschern das Wasser auch akustisch erlebbar machen. Der Brunnen schließlich, im Zentrum und Drehgelenk der Badeanlage, ist formal reduziert auf eine abgebrochene Säule, verweist damit auf die lange Tradition des öffentlichen Badens, mithin auf die lebensspendende Bedeutung des Wassers für die Menschen.
Auch die Farbgebung der baulichen Strukturen wurde nicht willkürlich dekorativ, sondern inhaltlich begründet ausgewählt. In Zusammenarbeit mit dem Farbgestalter Ernst Friedrich von Garnier wurden zwei Farbgruppen für das Ensemble ausgesucht: ruhige, warme der „Würde“ des Warmbades gerecht werdende Farben, sowie grün-blau-violette Farbigkeiten für die technisch geprägten Architekturelemente des Sportbades.

Auftraggeber: Bädergesellschaft Iserlohn mbH
Bruttorauminhalt: 24.900 cbm
Wasserfläche: 1.200 qm
Herstellungskosten: 10,2 Mio. €